Stationkategorie: ERLEBEN

Station 33 – Was uns Keramik über das Bergwerk erzählt

Römerbergwerk Meurin

Was uns Keramik über das Bergwerk erzählt

Vulkanpark, Römerbergwerk. Römischer Teller aus dem Römerbergwerk Meurin

Römischer Teller aus dem Römerbergwerk Meurin © RGZM

Vulkanpark, Römerbergwerk. Römischer Kochtopf

Römischer Kochtopf aus dem Römerbergwerk Meurin © RGZM

Vulkanpark, Römerbergwerk. Mittelalterliche Grubenlampen

Mittelalterliche Grubenlampen aus dem Römerbergwerk Meurin © RGZM, Foto Benjamin Streubel

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Die große Zeit des Römerbergwerks Meurin fällt in die Jahrzehnte um 300 n. Chr. Aus dieser Phase stammt das älteste Tongeschirr in der Vitrine: Der Rand eines Kochtopfs und ein winziger Tellerrand. Aus diesen Gefäßen haben die römischen Arbeiter wohl ihren Proviant verzehrt.

Erst um 1300, also tausend Jahre später im Mittelalter, wurde hier erneut Tuff gewonnen. Aus dieser Zeit stammen die Grubenlampen, die ebenfalls in der Vitrine zu sehen sind. Mit einer Ausnahme sind es Böden von Krügen, Bechern oder Kannen, die zu Lampen umfunktioniert worden sind – ein frühes Beispiel für Recycling.

Allerdings gibt es im Bergwerk nur wenige Abbauspuren aus dem Mittelalter. Offenbar war die neuerliche Tuffgewinnung nur von kurzer Dauer.

Station 36 – Auf Wiedersehen

Römerbergwerk Meurin

Auf Wiedersehen

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Wenn Sie nun zurück zum Parkplatz gehen, achten Sie doch einmal auf die tiefen Gruben, die rechter Hand liegen, und in denen sich heute Angelteiche befinden. In solchen tief unter den Grundwasserspiegel reichenden Tagebauen wurde der Tuffstein in den letzten 150 Jahren gewonnen. Die Gruben gehören, wie das gesamte Gelände rund um das Römerbergwerk, den Trasswerken Meurin. Hier wird noch immer mit Erfolg der wertvolle Rohstoff verarbeitet.

Somit haben Sie heute quasi zwei Jahrtausende Bergwerksgeschichte durchwandert.

Für Ihren weiteren Aufenthalt im Vulkanpark wünschen wir Ihnen weiterhin viel Vergnügen.

Station 35 – Die Antike Technikwelt

Römerbergwerk Meurin

Die Antike Technikwelt

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Hier endet nun unser Rundgang durch das Römerbergwerk. Er führte Sie von der Hochzeit des Abbaus in der römischen Epoche bis hin zur mittelalterlichen Nutzung des Gesteins für den romanischen Kirchenbau.

Nun geht es weiter in die Antike Technikwelt. Unter dem Motto „Vom Steinbruch zum Palast“ wird hier das römische und mittelalterliche Bauwesen zum Erlebnis. Hier können Sie Archäologie, Technik und Experiment hautnah erfahren. Rekonstruierte und funktionstüchtige antike Maschinen und Werkstätten vermitteln Ihnen die erstaunlichen technischen Errungenschaften, die bereits den Römern zur Verfügung standen.

Station 34 – Die Bedeutung des römischen Militärs für die Tuffbergwerke

Römerbergwerk Meurin

Die Bedeutung des römischen Militärs für die Tuffbergwerke

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Als Kaiser Augustus in den Jahren um Christi Geburt die professionelle Anlage weitläufiger Stollensysteme rund um den Laacher See-Vulkan veranlasste, waren es Ingenieure des Militärs, die dieser Aufgabe nachkamen und die enormen Tuffsteinvorkommen erschlossen.

In Friedenszeiten, wenn die Legionen nicht kämpften, wurden die Legionäre für andere Aufgaben abgestellt. Zu diesen Aufgaben gehörte auch die Arbeit unter Tage, also das Brechen großer Tuffsteinblöcke aus denen später Baumaterial hergestellt wurde.

Dass Soldaten und keine Sklaven in diesem Bergwerk arbeiteten, belegen Steinbruchinschriften und Weihealtäre aus dem Krufter Bachtal und dem Brohltal. Auch die Felszeichnung eines Steinbrucharbeiters hier im Bergwerk gibt Aufschluss darüber.

Was zur Ausrüstung eines römischen Legionärs in Kriegszeiten gehörte, können Sie hier vor sich sehen. Es ist schon beachtlich, welches Gewicht jeder Soldat tragen musste: Alleine die Kleidung, Waffen und Rüstung wogen schon ca. 30 kg. Hinzu kam das Marschgepäck mit ca. 19 kg. Insgesamt musste ein Soldat beim Marschieren also knapp 50 kg mit sich herumtragen!

Station 31 – In einer Glutlawine verkohlt

Römerbergwerk Meurin

In einer Glutlawine verkohlt

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In dem Tuffstein in der Vitrine ist der verkohlte Ast einer Birke eingeschlossen.

Was ist hier passiert?

Als während des Laacher See-Vulkanausbruchs die Glutlawinen und Ascheströme mit großer Gewalt durch das Tal des Krufter Baches rasten, wurden zahllose Bäume entwurzelt und mitgerissen. Dieser Ast gehörte zu einer Birke, die von einer der letzten Glutlawinen erfasst wurde. Dies beweist seine Fundlage hier oben im Römertuff. Als die Lawine den Ast berührte, muss sie noch sehr heiß gewesen sein, sonst wäre er nicht durch und durch verkohlt.

Im Laufe der Zeit verfestigten sich die vulkanischen Ablagerungen zu Tuffstein, wodurch das Holz erhalten blieb – und es ist nun immerhin ist es 13.000 Jahre alt.

Station 30 – Ein kurzer Blick auf das geologische Profil

Römerbergwerk Meurin

Ein kurzer Blick auf das geologische Profil

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Die linke Seite auf dieser Plexiglasinstallation zeigt das geologische Profil im Tal des Krufter Baches. Auf der rechten Seite wird dann ein Detail erklärt, nämlich die Ablagerungen einer einzelnen Glutlawine.

Doch zuerst zum geologischen Profil:

Zuunterst liegt – bis zu 4 m mächtig – der so genannte Unterbims. Dieser entstand, als in einer frühen Phase des Laacher See-Vulkanausbruches Bims aus der Eruptionssäule niederprasselte. In der darauf folgenden Phase des Vulkanausbruches brach die Säule immer wieder in sich zusammen – pyroklastische Ströme waren die Folge. Mindestens 14 Mal rasten diese alles Leben zerstörenden Glutlawinen und Ascheströme durch das Tal des Krufter Baches. Zurück blieben bis zu 35 m mächtige Ablagerungen, aus denen später die wertvollen Tuffvorkommen entstehen sollten. In der letzten Ausbruchsphase des Vulkans bedeckten noch einmal etwa 5 m mächtige Fallablagerungen das Tal, der so genannte Oberbims.

Dieser Bims ist heute abgebaut, Sie stehen mitten im obersten Tuffhorizont, im festen Römertuff.

Darunter liegt der weiche Tauch. Der Untere Tuffstein befindet sich schon unter dem Grundwasserspiegel. Grund- und auch Oberflächenwasser sind die Ursache für die Umwandlung der ehemals sehr lockeren Ablagerungen der Glutlawinen in diese drei sehr unterschiedlich stark verfestigten Tuffhorizonte. Nur der Römertuff und der Untere Tuffstein sind fest genug, um Bausteine und ähnliches daraus zu gewinnen.

Wenden wir uns nun der rechten Seite zu. Durch die Plexiglasscheibe ist ein einzelner pyroklastischer Strom markiert. Deutlich sind drei Zonen zu unterscheiden. Ein Band mit zahlreichen hellen Bimssteinen liegt oben. Den unteren Abschluss des Stromes bildet wiederum ein Band mit dunklen Schiefer- und Basaltbruchstücken, so genannten Fremdgesteinen. Eine Mischzone trennt die bimsreiche von der fremdgesteinsreichen Zone.

Entstanden ist die Zonierung, als aus dem zum Stillstand gekommenen pyroklastischen Strom zuerst die schwereren Basalt- und Schieferbruchstücke und danach die leichten Bimssteine zu Boden sanken.

Station 29 – Arbeiten unter erschwerten Bedingungen

Römerbergwerk Meurin

Arbeiten unter erschwerten Bedingungen

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Die Arbeit an diesem Tuffquader muss besonders mühsam gewesen sein. Der gute und feste Tuffstein ist in diesem Bereich nicht sehr mächtig, so dass an dieser Stelle nur ein relativ niedriger Block gelöst werden konnte. Alle Arbeitsschritte mussten hier in gebückter Haltung oder aber kniend durchgeführt werden. Neben den halben Keiltaschen links und dem Rest des Seitenschrotes rechts ist hier der Bodenschrot mit Beilspuren gut erhalten.

Station 28 – Werkzeuge und Werkzeugspuren

Römerbergwerk Meurin

Werkzeuge und Werkzeugspuren

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Überall im Bergwerk sind die Abbauwände mit zahllosen Werkzeugspuren übersät. Wie die dazugehörigen Werkzeuge aussahen, weiß man durch Funde, die man während des Tuffabbaus in den letzten 150 Jahren gemacht hat.

Zwei verschiedene Werkzeuge sind an dem Tuffpfeiler vor Ihnen montiert. Beide Geräte hinterlassen ganz unterschiedliche Spuren. Da ist links ein dechselähnliches Werkzeug mit quergestellter Schneide. Es hinterlässt sehr schmale Schlagmale, wie sie an dieser Wand zuhauf vorkommen.

Dazwischen befinden sich aber noch wesentlich breitere Schlagspuren. Sie stammen von einem Beil mit einem langen, schmalen Blatt – wie es rechts angebracht ist. Dies war das Universal-Werkzeug im Tuff. Neben den Schroten konnten damit auch die vielen Keiltaschen herausgearbeitet werden.

Station 27 – Schacht- und Treppenbau

Römerbergwerk Meurin

Schacht- und Treppenbau

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Es ist es schon ein besonderer Glücksfall, dass hier noch ein originaler Schacht mit Treppe erhalten geblieben ist. Nur knapp sind Schacht und Treppe der Zerstörung durch den Bimsabbau im Jahr 1960 entgangen.

Entdeckt wurden sie während der Ausgrabung im Jahre 1998. Dabei konnte festgestellt werden, dass man den Schacht von unten nach oben getrieben hatte. Wie auf der Infotafel in der unteren Zeichnung dargestellt, wurde zuerst einmal ein kleiner Hügel aus Tuffschutt in der bereits ausgebeuteten Abbaukammer aufgetürmt. Von diesem Hügel aus konnten nun die eigentlichen Ausschachtungsarbeiten beginnen. Kaum hatte man die Tuffsteindecke durchstoßen, gelangte man in die darüberliegenden Bimsschichten.

Wie nun die Treppe durch die meterdicken Bimsschichten führte, konnte allerdings nicht mehr beobachtet werden. Der Bims war ja schon fast 40 Jahre zuvor abgebaut worden.

Hier helfen uns aber Beobachtungen des Archäologen Josef Röder weiter. Ganz in der Nähe hatte Röder im Jahre 1957 eine ähnliche Treppe im Bims entdeckt und in einer Zeichnung dokumentiert. Sie sehen die Zeichnung auf der Infotafel oben.

Station 26 – Wie Abbaukammern entstehen

Römerbergwerk Meurin

Wie Abbaukammern entstehen

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Auf dem Bild vor Ihnen können Sie sehen, wie die Römer diese große Abbaukammer angelegt haben. Auf einer Breite von drei bis vier Blöcken arbeitet man sich langsam vor – Schlag um Schlag, Block um Block, Meter für Meter.

Im Bild hat der Abbau etwa die Mitte der heutigen Kammer erreicht. Im Zentrum bereitet ein Arbeiter mit dem Einschlagen eines Deckenschrotes die nächste Spaltung vor.

Auf der linken Hälfte der Abbaufront ist noch Platz, um zwei weitere Blöcke zu brechen. Erst wenn dies geschehen ist, erfolgt der Abbau in die Tiefe. Genau dieses wird aber jetzt schon von dem Vorarbeiter vorbereitet. Er hat für einen seiner Steinbrecher eine Markierung rechts oben in die Kammerwand eingeritzt. Diese Marke zeigt die maximale Höhe an, in der der nächste Deckenschrot angelegt werden darf. Würde der Steinbrecher den Schrot höher anlegen, wäre die Stabilität der Decke gefährdet. Diese Markierung ist heute noch zu sehen!