Stationkategorie: ERLEBEN

Station 25 – Ein Blick in die römische Arbeitswelt

Römerbergwerk Meurin

Ein Blick in die römische Arbeitswelt

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Die Arbeit „unter Tage“ ist in römischer Zeit sehr hart und beschwerlich. Wie auf dem Leuchtbild dargestellt, sind die engen Stollen nur spärlich mit Öllampen beleuchtet. Schächte bilden die einzige Verbindung zur Außenwelt, Licht lassen sie aber so gut wie gar nicht durch: Zu hoch sind die Deckschichten über dem Bergwerk.

Rohblöcke transportiert man über Rundhölzer zu den Materialschächten. Von dort werden sie mit Kränen an die Oberfläche gefördert und weiter verarbeitet. Der Platz ist eng – leere Kammern werden schnell wieder mit dem Schutt neuer Arbeiten verfüllt. Im Hintergrund stapeln zwei Steinbrecher den Schutt so, dass ein Durchgang frei bleibt. Ein anderer Arbeiter schaufelt Kleinschlag in einen bereits ausgebeuteten Bereich. Im Licht einer Öllampe meißelt ein weiterer eine Inschrift in die Stollenwand.

Dass selbst den Römern beim Tuffabbau manchmal Fehler unterlaufen sind, zeigt Ihnen das Szenario links des Leuchtbildes: Schlechte Vorarbeit oder mangelnde Sorgfalt bei der Spaltung des Steins – und schon geriet der Steinquader zu dünn und zerbrach.

Dass dieses Szenario der Wahrheit wohl sehr nahe kommt, können Sie an der römischen Abbauwand hinter dem zerbrochenen Stein überprüfen. Sehr deutlich ist oben der Deckenschrot und an der rechten Seite der tiefe Seitenschrot zu sehen. Wenn Sie genau hinschauen können Sie links auch die Reste von 12 Keiltaschen erkennen.

Diese Spuren belegen, dass es nicht gelang, den Quader tief genug aus der Wand zu brechen. Besonders deutlich wird dies im Bereich des Deckenschrots. Gerade hier lässt sich erahnen, wie tief die Spaltung eigentlich in den Tuffstein eindringen sollte.

Station 24 – Der mittelalterliche Abbau unterscheidet sich deutlich vom römischen

Römerbergwerk Meurin

Der mittelalterliche Abbau unterscheidet sich deutlich vom römischen

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An zahllosen Abbauspuren im Römerbergwerk ist abzulesen, dass man in römischer Zeit stets möglichst große Blöcke aus dem anstehenden Tuffstein gelöst hat. Diese Art der Blockgewinnung hinterlässt stabile, senkrechte Abbauwände und Abbaupfeiler.

Davon unterscheidet sich eine jüngere Abbaumethode, die an den unteren Partien der römischen Wände und Pfeiler ansetzt und diese bogenförmig aushöhlt. Die römischen Abbauspuren wurden dabei teilweise zerstört. Zurück blieben Wände und Pfeiler, die sich nach unten verjüngen. Dass man eine solche Schwächung des Bergwerks in Kauf nahm, weist auf Rohstoffknappheit hin.

Der zu sehende Tuffpfeiler ist ein gutes Beispiel dafür, dass man auf der Suche nach gutem Stein auch die Stützpfeiler nicht verschonte. Durch diesen wohl mittelalterlichen Abbau wurde der Pfeiler in seiner unteren Partie deutlich geschwächt.

Mit dieser Methode konnte nur kleinteiliges Material gewonnen werden. Dazu passen wiederum Funde von Handquadern und Gewölbesteinen, die in der Nähe der jüngeren Abbauspuren zutage kamen. Es handelt sich um misslungene Exemplare, die als Ausschussware im Bergwerk liegen geblieben sind. Derartige Steine sind im Mittelalter an den Mauern und Fensteröffnungen zahlloser Kirchen verbaut worden.

Die Szene vor Ihnen ist einer mittelalterlichen Situation in diesem Bergwerk nachempfunden. Stellen Sie sich vor, Sie befinden sich in den Jahren um 1300. Der Arbeitsplatz ist von den Arbeitern für einen Moment verlassen worden. Sie kommen gleich wieder zurück. Deshalb haben sie Werkzeuge, gehauene Steine, den Werkblock und auch die Eisenkeile einfach stehen und liegen gelassen.

Station 23 – Der Tuff ist ein besonderes Gestein

Römerbergwerk Meurin

Der Tuff ist ein besonderes Gestein

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Woraus besteht eigentlich Tuff, der Stein, von dem hier schon so häufig die Rede war? Die Plexiglas-Installation soll Ihnen helfen, den Aufbau des Tuffs zu verstehen.

Deutlich ist zu erkennen, dass im Tuffstein vor allem Bims, aber auch Schiefer und Basalt enthalten sind.

Bims ist das Magma des Laacher See-Vulkans. Es ist während des Ausbruchs zu einem extrem blasigen vulkanischen Gestein erstarrt. Schiefer und Basalt sind Fremdgesteine. Darunter versteht man ältere Gesteine, die nicht erst bei dem Vulkanausbruch entstanden sind. Auf seinem Weg nach oben hat das Magma des Vulkans diese alten Gesteine durchschlagen und Bruchstücke davon mitgenommen. Alles bei dem Ausbruch heraus geschleuderte Material wird in der Fachsprache Tephra genannt.

Die einzelnen Partikel werden nach ihrer Größe in Aschen und Lapilli eingeteilt. Aschen sind die kleinste Einheit und nicht größer als 2 mm. Lapilli sind die größeren Stücke bis 6,4 cm. Noch größere Stücke heißen Bomben oder Blöcke.

Unser Tuffstein besteht nun vor allem aus verfestigten Aschen, die mit Lapilli durchsetzt sind. Entstanden ist er aus den Ablagerungen der Glutlawinen und Ascheströme.

Station 22 – Steinbrucharbeiter – Sklaven oder Soldaten?

Römerbergwerk Meurin

Steinbrucharbeiter – Sklaven oder Soldaten?

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Die Felszeichnung, die Sie hier sehen, wurde um 1926 in einem römischen Tuffbergwerk in der Grube Idylle bei Kruft entdeckt. Das übergroß dargestellte Werkzeug gibt den Mann als Steinbrucharbeiter zu erkennen. Vermutlich hat der Künstler das Werkzeug dargestellt, mit dem an dieser Stelle gearbeitet wurde. Die einfache Art der Ritzzeichnung deutet darauf hin, dass Künstler, Soldat und Bergmann ein und dieselbe Person waren.

Doch warum ist anzunehmen, dass der Bergmann Soldat war und kein Sklave? Zum einen wissen wir durch zahlreiche in dem Bergwerk gefundene Inschriften, dass es im Besitz des römischen Militärs war. Soldaten der 1., 6., 22. und 30. Legion verrichteten hier ihren Dienst. Zum anderen trägt der Steinbrucharbeiter ein Gürtelgehänge, das als cingulum militare zu deuten ist. Dies ist ein Militärgürtel, an dem ein Schurz aus mehreren, oft mit Metallbeschlägen verzierten Lederstreifen hängt. Er wurde nur von Angehörigen des Militärs getragen. Offensichtlich erledigten die Soldaten auch die harte Arbeit unter Tage.

Station 20 – Das Felsrelief aus dem Brohltal

Römerbergwerk Meurin

Das Felsrelief aus dem Brohltal

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Sie befinden sich nun in der Rekonstruktion eines Heiligtums. Im Zentrum unserer Rekonstruktion steht ein großes Felsrelief, das 1862 in der „Domgrube“ bei Bad Tönisstein, im nahe gelegenen Brohltal, entdeckt wurde. Das Original zeigt auf weißem Grund ein Bauwerk mit giebelförmigem Dach und fünf Nischen, deren mittlere von zwei Säulen eingefasst ist. In die zentrale Nische ist ein Altar mit Weiheinschrift eingearbeitet, die anderen Nischen waren lediglich ausgemalt und zeigten wohl ebenfalls Altäre. Die Bemalung mit weißer, gelber und roter Farbe entspricht den Farbresten auf dem Original.

Was bedeutet die Inschrift auf dem Felsrelief?

Die Inschrift auf dem zentralen Felsaltar sagt folgendes: Der Altar ist Jupiter und Hercules Saxanus geweiht. Soldaten der 6., 10. und 22. Legion sowie der römischen Rheinflotte errichteten ihn unter Aufsicht des Centurio Marcus Julius Cossutius. Zu den Stiftern gehören auch namentlich nicht näher bezeichnete Kohorten und Reitereinheiten, sogenannte Alen. Schließlich nennt die Inschrift einen Quintus Acutius Nerva, der ab 101 n. Chr. Statthalter in Köln war und dem die oben genannten Legionen unterstanden. Da die 10. Legion spätestens 104 n. Chr. aus unserer Region abgezogen wurde, muss das Heiligtum in der Brohlbachschleife in den Jahren zwischen 101 und 104 n. Chr. errichtet worden sein.

Werfen Sie nun bitte einen Blick auf die freistehenden Altäre

Für unser Heiligtum haben wir zwei weitere Hercules-Altäre aus dem Umfeld des Brohltals ausgewählt, die aufgrund ihrer Truppennennungen in demselben Zeitraum wie unser zentrales Felsrelief geweiht worden sein könnten.

Wie die Abkürzungen auf dem Felsrelief und den beiden Hercules-Altären zu entschlüsseln sind, können Sie auf der Infotafel am Eingang des Heiligtums im Detail sehen.

Station 18 – Glutlawinen und Ascheströme

Römerbergwerk Meurin

Glutlawinen und Ascheströme

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Sicher werden Sie sich fragen, was dieser Baumstamm im Tuffstein zu suchen hat. Die Antwort gibt der Ausbruch des Laacher See-Vulkans vor 13.000 Jahren. Wie Sie auf der Zeichnung vor Ihnen sehen, fiel die Eruptionssäule während des Ausbruches immer wieder in sich zusammen. Die dadurch entstehenden pyroklastischen Ströme – also gewaltige Ascheströme und heiße Glutlawinen – rissen alles um, was sich ihnen in den Weg stellte. Sie waren bis zu 600° C heiß und erreichten Geschwindigkeiten von über 700 km pro Stunde.

Auch diese Birke, die damals an den Hängen des Krufter Bachtals stand, wurde von der Wucht einer Glutlawine mitgerissen und verkohlte. Es muss wohl eine der letzten Lawinen gewesen sein, sonst würde die Birke nicht in der obersten Tuffschicht liegen. Zu diesem Zeitpunkt war die Landschaft rund um den Vulkan schon stark verwüstet.

Die Holzkohle blieb im Tuffstein erhalten. Die Römer stießen dann beim Abbau auf den verkohlten Baumstamm, wodurch er zum größeren Teil zerstört wurde. Lediglich die Spitze und ein Mittelstück des Stammes sind heute noch im Original erhalten. Wenn Sie genau hinsehen, können Sie ein originales Stück der Baumspitze im Tuffstein vor Ihnen sehen. Der aufgehängte Baumstamm ist modern, er zeigt Ihnen aber wo die alte Birke einst lag.

Überall dort wo der verkohlte Birkenstamm im Tuffstein eingeschlossen war, bildeten sich zahlreiche Entgasungsröhren.

Sie entstanden, als die im Baum enthaltene Feuchtigkeit in der heißen Bimsasche verdampfte und nach oben drang. Dabei riss das entweichende Gas Aschen und leichte Bimse mit. Zurück blieben schwerere Gesteinsbruchstücke, die sich in den einbrechenden Röhren sammelten.

Den Verlauf der Entgasungsröhren können Sie anhand der Markierungen auf der Plexiglasscheibe verfolgen.

Station 21 – Vor der Ausgrabung

Römerbergwerk Meurin

Vor der Ausgrabung

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An dieser Stelle kann man gut erklären, wie die Situation vor Beginn der archäologischen Ausgrabung war. Richten Sie Ihren Blick bitte zuerst einmal auf den Boden. Hier ist die originale Abbausohle freigelegt – der Abbau reichte zu keiner Zeit tiefer. Darüber liegt ein mächtiges Paket aus kleinen und größeren Tuffsteinen. Dieser Tuffschutt ist quasi der Abfall der Steinbrucharbeiten aus römischer und mittelalterlicher Zeit. In der Fachsprache wird er Versatz genannt. Um den Schutt nun schnell zu entsorgen, füllte man ihn in all die Kammern, die man bereits ausgebeutet hatte und die man somit nicht mehr brauchte.

Dabei wurden die alten Abbaukammern oft bis knapp unter die Decke verfüllt. Dass hier die relativ dicke Tuffdecke unmittelbar auf dem Versatz liegt, hat aber noch einen anderen Grund:

Über ihr lagen einst mehr als 4 m mächtige Bimsschichten. Um 1960 wurde dieser wertvolle Rohstoff abgebaut. Der Einsatz von schweren Geräten führte dazu, dass große Teile der Tuffsteindecke einstürzten. Breite Risse kennzeichnen heute die stark zerstörte Stollendecke. Sie ist nicht mehr mit den links und rechts stehenden Stützpfeilern verbunden, sondern liegt direkt auf dem antiken Gesteinsschutt auf.

Station 19 – Heiligtümer im Tuffabbau

Römerbergwerk Meurin

Heiligtümer im Tuffabbau

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In den Jahren 50 bis 150 n. Chr. war es in den frühen Steinbrüchen und Bergwerken des römischen Militärs üblich, unmittelbar vor Ort betriebseigene Heiligtümer zu errichten. Dies verraten uns römische Altäre mit Weiheinschrift, die bei der modernen Tuffsteingewinnung gefunden wurden.

Die meisten dieser Altäre waren Hercules Saxanus, dem Gott der Steinbrecher, geweiht; daneben werden auch Jupiter, Neptun und Minerva genannt. Die Götter sollten Schutz bei der gefährlichen Arbeit in den Brüchen gewähren.

Auch einzelne militärischen Truppen haben sich auf den Altären verewigt. Insgesamt kennen wir Abteilungen von acht Legionen, vier Kohorten und von mindestens zwei Reitereinheiten, der Gardeinfanterie sowie der Rheinflotte.

Das genaue Aussehen der Heiligtümer ist nicht bekannt. Allerdings wissen wir, dass sie regelmäßig aus einem zentralen Felsaltar und mehreren kleineren Altären bestanden. Wahrscheinlich waren sie ähnlich aufgestellt, wie auf dem Hercules-Heiligtum aus Rom, das Sie vor sich auf der Abbildung sehen.

Station 17 – Der Steinschutt war ein stetes Problem

Römerbergwerk Meurin

Der Steinschutt war ein stetes Problem

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Diese Zeichnung zeigt Ihnen, wie es an dieser Stelle in römischer Zeit ausgesehen haben könnte. Ein Steinbrucharbeiter ist gerade dabei, eine Trockenmauer aus Tuffsteinresten zu errichten. Ein Teil dieser Mauer ist hier noch im Original erhalten.

Doch wozu war diese Arbeit notwendig?

Beim Brechen der großen Tuffquader sowie bei der weiteren Bearbeitung der Steine noch unter Tage entstanden große Mengen von Gesteinsschutt. Gerade in unterirdischen Steinbrüchen ist die Beseitigung dieses Schutts wegen der beengten Platzverhältnisse ein ernsthaftes Problem.

In den Tuffsteinbrüchen im Krufter Bachtal löste man dieses Problem, indem man die bereits ausgebeuteten Abbaukammern mit dem Gesteinsschutt auffüllte. Nur dort, wo die alten Kammern noch passierbar sein mussten, führten Gänge durch den Schutt. Trockenmauern, wie diese vor Ihnen, wurden errichtet, um ein Nachrutschen des Versatzes auf die Wege zu verhindern.

Station 16 – Steinerne Spuren erzählen

Römerbergwerk Meurin

Steinerne Spuren erzählen

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An dieser Abbauwand kann man nachvollziehen, wie die Tuffsteinquader aus den Wänden des Bergwerkes herausgebrochen wurden. Vergleichen Sie dazu bitte die Abbauwand mit dem Foto vor Ihnen:

Insgesamt sechs große Steinblöcke wurden an dieser Wand gewonnen. Von den Arbeiten an Block 1 sind links noch die Reste von acht Keiltaschen zu sehen, in die die Römer einst ihre Eisenkeile getrieben haben. Unmittelbar rechts der halben Keiltaschen beginnt die rückwärtige Ablösefläche von Block 1. Ganz typisch für sie ist die unregelmäßige Struktur im Stein. Auch ein Rest des Bodenschrots ist noch ganz deutlich auszumachen.

Kommen wir nun zu den Blöcken 2 bis 5:

Während die rückwärtige Ablösefläche von Block 1 rau und unstrukturiert ist, weist die rechte Hälfte der Abbauwand insgesamt vier glatte Flächen auf, die alle etwa 40 cm breit sind und vom Boden bis zur Decke reichen. Dies sind die Ablöseflächen der Blöcke 2 bis 5. Am deutlichsten ist Block 4 von Block 5 durch eine senkrechte Stufe getrennt. Eine ähnliche Stufe ist auch noch zwischen Block 2 und 3 auszumachen. Genauer hinschauen müssen Sie allerdings im Fall von Block 3 und 4. Sie sind nur durch einen feinen Grat voneinander zu unterscheiden.

Jetzt fehlen uns noch die Hinweise auf Block 6. Ganz rechts in der Abbauwand sind noch einmal acht halbe Keiltaschen zu sehen – sie stammen von den Arbeiten an diesem Block.